«Mehr Solidarität, mehr soziale Sicherheit und eine gerechtere Verteilung von Einkommen und Vermögen tun Not. Dafür setze ich mich weiterhin ein.»
Hildegard Fässler am 25. November 2011

Hildegard Fässler
 

Ja zur Volksinitiative
„Für ein gesundes Klima“ – Klima-Initiative

Aus der Nationalratsdebatte vom 18. März 2010

Der Hausverein Schweiz, dessen Präsidentin ich bin, ist Mitglied des Vereins Klima-Initiative und hat für diese Initiative während der Unterschriftensammelfrist aktiv geworben. Wie kommt ein Verband von Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern dazu, diese Initiative zu unterstützen? Das ist eigentlich eine rhetorische Frage.

Die Antwort ist sonnenklar und stützt sich auf drei Argumente:

1. Nachhaltigkeit:

Nachhaltiges Verhalten bedeutet für mich, die Welt kommenden Generationen so zu überlassen, wie ich sie gerne angetroffen hätte. Im Brundtlandbericht aus dem Jahr 1987 ist das Konzept der nachhaltigen Entwicklung folgendermassen definiert: "Entwicklung zukunftsfähig zu machen heisst, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeiten der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können." Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer haben ein ureigenes Interesse an einer intakten Umwelt, denn sowohl das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner als auch der Wert ihrer Liegenschaft hängen davon ab.

2. Faktor Vier:

Vermutlich kennen Sie das Buch des Club of Rome aus dem Jahr 1995. Eigentlich hätten in diesen fünfzehn Jahren alle die Zeit gehabt, dieses Buch einmal zu lesen. Umweltziele wie die Reduktion von Emissionen haben einerseits positive Auswirkungen auf die Umwelt, reduzieren Umweltschäden und Umweltkosten, und bewirken anderseits, das wurde von meinem Vorredner schön dargestellt, technologische Fortschritte mit Know-how-Gewinn, von dem ein Land wie die Schweiz profitieren kann und profitieren muss. Wohneigentumbesitzende können durch ihre Nachfrage nach energetisch und ökologisch guten Gebäudesanierungen und Neubauten auf umwelttechnisch hohem Niveau beide Aspekte fördern. Halbe Kosten, halbe Belastungen, doppelter Gewinn durch mehr Qualität im Wohnen und durch Schaffen von Arbeitsplätzen.

3. Die Klimaerwärmung:

Sie betrifft die Schweiz massiv und direkt. Denken Sie an die Probleme mit dem Permafrost. Wir waren während unserer Session in Flims ja in Pontresina und konnten sehen, was für Massnahmen dort ergriffen werden mussten, weil man nicht weiss, wann ein überbauter Hang zu rutschen beginnt. Der Gletscherschwund führt zu negativen Effekten im Bereich Tourismus. Durch Hochwasser sind Gebäude gefährdet. Ich denke, wie Herr Lustenberger, dass wir bei uns aktiv werden müssen und dass wir unsere Reduktionsziele nicht beispielsweise über Zertifikate von chinesischen Flusskraftwerken zu erreichen versuchen sollten. Wenn wir dieser Initiative zustimmen, machen wir nicht mehr, als unsere Nachbarländer in der EU auch verlangen. Ich frage: Wer, wenn nicht wir, wer, wenn nicht die reiche Schweiz, soll damit beginnen, mit solchen Zielen zu arbeiten? Immerhin emittiert die Schweiz weit überdurchschnittlich viele Schadstoffe.