Aus der Nationalratsdebatte vom 18. März 2010
Der Hausverein Schweiz, dessen Präsidentin ich bin, ist Mitglied des Vereins Klima-Initiative und hat für diese Initiative während der Unterschriftensammelfrist aktiv geworben. Wie kommt ein Verband von Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern dazu, diese Initiative zu unterstützen? Das ist eigentlich eine rhetorische Frage.
Die Antwort ist sonnenklar und stützt sich auf drei Argumente:
Nachhaltiges Verhalten bedeutet für mich, die Welt kommenden Generationen so zu überlassen, wie ich sie gerne angetroffen hätte. Im Brundtlandbericht aus dem Jahr 1987 ist das Konzept der nachhaltigen Entwicklung folgendermassen definiert: "Entwicklung zukunftsfähig zu machen heisst, dass die gegenwärtige Generation ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeiten der zukünftigen Generation zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können." Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer haben ein ureigenes Interesse an einer intakten Umwelt, denn sowohl das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner als auch der Wert ihrer Liegenschaft hängen davon ab.
Sie betrifft die Schweiz massiv und direkt. Denken Sie an die Probleme mit dem Permafrost. Wir waren während unserer Session in Flims ja in Pontresina und konnten sehen, was für Massnahmen dort ergriffen werden mussten, weil man nicht weiss, wann ein überbauter Hang zu rutschen beginnt. Der Gletscherschwund führt zu negativen Effekten im Bereich Tourismus. Durch Hochwasser sind Gebäude gefährdet. Ich denke, wie Herr Lustenberger, dass wir bei uns aktiv werden müssen und dass wir unsere Reduktionsziele nicht beispielsweise über Zertifikate von chinesischen Flusskraftwerken zu erreichen versuchen sollten. Wenn wir dieser Initiative zustimmen, machen wir nicht mehr, als unsere Nachbarländer in der EU auch verlangen. Ich frage: Wer, wenn nicht wir, wer, wenn nicht die reiche Schweiz, soll damit beginnen, mit solchen Zielen zu arbeiten? Immerhin emittiert die Schweiz weit überdurchschnittlich viele Schadstoffe.