«Mehr Solidarität, mehr soziale Sicherheit und eine gerechtere Verteilung von Einkommen und Vermögen tun Not. Dafür setze ich mich weiterhin ein.»
Hildegard Fässler am 25. November 2011

Hildegard Fässler
 

Schule zwischen Sozialarbeit und Wissensvermittlung

Im Lehrplan der Volksschule des Kantons St.Gallen vom 1.8.1997 findet man unter dem Titel «Pädagogische Leitideen» folgende Angaben:

  • Selbstkompetenz: Lebensbejahung, Eigenständigkeit, Urteilsfähigkeit Sachkompetenz: Elementare Bildung, Lernkompetenz, Leistung
  • Sozialkompetenz: Gemeinschaftsfähigkeit, Demokratisches Verhalten, Verantwortungsbewusstsein.

Damit ist das Spannungsfeld, in welchem sich Schule abspielt, abspielen soll, aufgezeigt. Der Titel dieser Bildungsveranstaltung ist also nicht etwa aus der Luft gegriffen, sondern allenfalls etwas zugespitzt. Es geht einerseits um das Vermitteln von Wissen und Können, zur Stärkung der Sachkompetenz, andererseits um die Persönlichkeitsentfaltung der Kinder im Umgang mit sich selbst (Selbstkompetenz) und mit anderen (Sozialkompetenz). Ziel ist eine bestmögliche individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler.

Reformen sind nur sinnvoll, wenn sie die Qualität verbessern.

Ein Fächer von Problemen und Erfahrungen aus meiner Tätigkeit als Bezirksschulrätin, Fachdidaktiklehrerin, Lehrerin und Politikerin.

Notwendige Rahmenbedingungen: In der Schule selbst
«7 minus 3 gleich 6 oder doch gleich 10?» Von Vorstellungen und Bildern.
Nicht alle verstehen dieselben Modelle.
Innere und äussere Differenzierung im Unterricht sind wichtig.
« Die Klassengrösse hat keinen wesentlichen Einfluss auf den Lernerfolg der Kinder.» (Prof. Rolf Dubs) Von Aussagen und ihren Randbedingungen.
Wie Prof. Dubs seine Aussage relativierte.
Kleine Klassen ermöglichen die Integration.
Quoten sind Quatsch.
Kleine Klassen ermöglichen individuelle Förderung von verschiedenen Begabungen
Wer «neue Lehrformen» sagt, muss auch «mehr Finanzmittel» meinen (für Infrastruktur und personelle Ressourcen).
« Je früher, desto besser». Von Integration und Interesse.
Integration Fremdsprachiger
Soziale Kontakte
Individueller Lerneinstieg
Basisstufe ja –und danach?

In der Ausbildung

«Wie Hänschen nicht lernt, lehrt Hans nimmermehr.» Von Lehrkräften und ihren Vorbildern.
Die Macht des Selbsterlebten, der schwere Stand der Ausbildenden.
Neue Lehrformen – neue Lehrkräfte?
« Fachhochschule statt Lehrerseminar» Von Hoffnungen und Befürchtungen.
Betreuung junger Lehrkräfte
Qualitätssicherung, -verbesserung oder Lehrermangel?

Chancen und Gefahren: Kantönligeist oder echter Föderalismus
«Wenn Buschor X sagt, sagt Stöckling Y.» Von Macht und Ohnmacht.
Jeder für sich oder wer hat mehr zu sagen. (Beispiel 1. Fremdsprache)
Und wenn die EDK eins ist?
«Wer umzieht, ist selber schuld.» Von Anforderungen und ihren Auswirkungen.
Die Wirtschaft verlangt Mobilität, die Kantone pochen auf Autonomie - die Zeche bezahlen die Kinder.
Schule Schweiz, ein denkbares Modell?

Öffentlich oder privat

«Bildung muss gut sein contra Bildung auf Gutschein». Von Chancengleichheit und Auswahl.
Bildungsgutscheine beschneiden die Chancengleichheit.
«Wer zahlt, befiehlt» Von Sponsoren und deren Erwartungen.
Die Wirtschaft will Einfluss auf die Lerninhalte nehmen.
Gibt es Sponsoring ohne Gegenleistung?
Gratis Internetanschluss oder Werbung in Schulbüchern?

Informationen zur Haltung der SP Schweiz:

12 BILDUNGSTHESEN
verabschiedet an der DV der SPS am 31.3.2001, zur Zeit in den Sektionen in Vernehmlassung.

BILDUNGSKOMPASS
Konzept für die Bildung und die Schule in der Schweiz von morgen

Zu finden auf www.sp-ps.ch oder zu bestellen über sekretariat@sp-ps.ch

Referat gehalten am 25. Juni 2002 bei der SP Frauenfeld