Am 26.2.10 reichen VPOD und KiTaS ihre Petition „Familienergänzende Kinderbetreuung fair finanzieren“ zuhanden des Bundesrates bei der Bundeskanzlei in Bern ein. Rund 10‘000 Mitarbeitende von Kitas, Mitglieder von Trägerschaften, Eltern sowie weitere Interessierte haben die Petition unterschrieben. Nun sind Bundesrat und Parlament an der Reihe: Sie sollen die Forderung nach Anerkennung der familienergänzende Kinderbetreuung als Service public unterstützen und wesentlich mehr Staatsmittel zur Verfügung stellen.
1% des BIP lautet die Forderung. Das sind rund 5 Mia Franken. Diese Richtzahl beruht auf den Empfehlungen des Netzwerkes Kinderbetreuung der EU, der OECD und der Unicef. Die Schweiz liegt deutlich unter dieser Zielmarke. Die meisten europäischen Länder lassen sich die Betreuung von Kleinkindern ein Vielfaches dessen kosten, was die Schweiz heute aufwendet. Schweden z.B. 1,7% des BIP, Frankreich 1 % , Finnland 1,3% und Dänemark 2%.
Dass der Bundesrat das Impulsprogramm für die familienergänzende Kinderbetreuung auf 80 Millionen Franken zurückfahren will, zeigt eine unverständliche Zögerlichkeit bei diesem wichtigen Anliegen. Denn schon lange ist klar, dass die familienergänzende Kinderbetreuung nicht nur den Kindern, sondern auch der Volkswirtschaft nützt, da die Steueraufkommen wachsen und die Sozialhilfebezüge sinken. Noch wichtiger ist aber das Wohl der Kinder. Die Fachwelt ist sich einig: Gut ausgebaute Kindertagesstätten fördern die Entwicklung der Kinder, stärken ihre sozialen Kompetenzen und erleichtern die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund.
Daher: 1% des BIP für die familienergänzende Kinderbetreuung