«Mehr Solidarität, mehr soziale Sicherheit und eine gerechtere Verteilung von Einkommen und Vermögen tun Not. Dafür setze ich mich weiterhin ein.» Hildegard Fässler am 25. November 2011
Hildegard Fässler
6 Thesen zur aktuellen Milchsituation
Die Milchproduzenten steuern den Milchmarkt noch nicht optimal. Bei steigenden Milchpreisen wird mehr Milch produziert, um vom höheren Preis zu profitieren. Das funktioniert nicht, denn die höhere Milchmenge reduziert automatisch den Preis, wenn nicht auch die Nachfrage steigt. Zudem kann nicht sofort mehr Milch produziert werden, da ja nicht sofort mehr Milchkühe zur Verfügung stehen.
Bei Milch ist der Selbstversorgungsgrad der Schweiz weit über 100%. Das bedeutet, dass viel exportiert werden muss. Die Wettbewerbsfähigkeit muss ohne Grenzschutz und Stützungsmassnahmen im Inland wie im Export erreicht werden. Dies geht nur über hohe Qualität und Spezialitäten.
Beim Export von Käse ist zu beachten: Die Produkte müssen dem Geschmack in den Exportländern angepasst werden und nicht umgekehrt. Man kann nicht den Geschmack in einem Land unserem Käse anpassen wollen.
Ein Überschuss an Milchpulver, Butter, Käse muss von der Branche getragen und abgebaut werden. Dies ist nach dem Ende der Milchkontingentierung nicht mehr Sache des Staates.
Der Bio-Milchmarkt muss ein eigenständiger Markt werden. Die Preisdifferenz muss mindesten 12 Rp./kg betragen. Der Bund hat eine Strategie Richtung mehr Bio-Produktion zu erarbeiten und umzusetzen. Andere Länder machen dies vor.
Das Kostenumfeld der Produzenten muss abgebaut werden. Schritte sind schon gemacht: z.b. Parallelimporte. Weitere sind notwendig: bei den technischen Handelshemmnissen (Cassis de Dijon-Prinzip) und mittels Freihandelsabkommen mit der EU.
Das Wahljahr 2011/12 hat entschieden, dass in der Politik nicht die Sonderinteressen einiger Weniger im Zentrum stehen sollen, sondern dass es Zeit ist für eine Politik für die ganze Bevölkerung.