«Mehr Solidarität, mehr soziale Sicherheit und eine gerechtere Verteilung von Einkommen und Vermögen tun Not. Dafür setze ich mich weiterhin ein.»
Hildegard Fässler am 25. November 2011

Hildegard Fässler
 

Die FDP auf steuerpolitischen Irrwegen

Wer Wind säht, wird Sturm ernten: Die FDP-Oberen preisen seit Jahren den Steuerwettbewerb und rühren die Wahlwerbetrommel für tiefere Steuern. Das haben sie nun davon: Ihre Basis verlangte an der Delegiertenversammlung vom 20.1.07 die Abschaffung der direkten Bundessteuer und die Umlagerung auf die Mehrwertssteuer!

Die Einnahmen der Bundessteuer betrugen 2005 12.2 Mrd. Fr. Davon gingen 30% an die Kantone, 70% blieben beim Bund. Will man diese Einnahmen über die Mehrwertsteuer hereinholen, so muss diese von heute 7.6% auf rund 14% fast verdoppelt werden.
Die Berechnungen unserer Finanzspezialisten haben ergeben, dass von dieser Umlagerung nur alle jene mit einem Bruttoeinkommen über 175'000.- profitieren würden. Anders gesagt, diese Schnapsidee hätten 95% der Bevölkerung zu bezahlen und nur die 5% Reichsten würden steuerlich entlastet. Die FDP macht also Politik für 5%, für die reichsten 5% und setzt damit auf Steuerungerechtigkeit. Hier ein paar Zahlen:

Auswirkungen der Steuerpläne der FDP:


Bruttoeinkommen

Steuerbares Einkommen*

Reduktion dir. Bundessteuer**

Zusätzliche MWSt-Belastung***

SALDO

in Fr./pro Jahr

in Fr./pro Jahr

in Fr./pro Jahr

in Fr./pro Jahr

in Fr./pro Jahr

50’000

27’700

10

2’300

+2’290

75’000

50’800

270

2’970

+2’700

100’000

73’400

932

3’740

+2’808

175’000

143’400

5’988

5’880

-108

250’000

214’700

15’527

8’000

-7’257

500’000

452’000

46’106

16’000

-30’106

1'000’000

926’800

106’582

32’000

-74’582

* Verheiratet, Einverdiener, 2 Kinder, kein Wohneigentum
** Quelle: Steuerrechner der Eidg. Steuerverwaltung
*** Quelle: Eigene Berechnungen auf der Basis der Botschaft des Bundesrats 05.035 zur IV-Zusatzfinan-zierung (22.6.2005)

Dass sich die FDP-Mitglieder der nationalrätlichen Wirtschaftskommission WAK weigern, das brisante Thema der Aufwandbesteuerung von superreichen Ausländern noch vor den Wahlen im Herbst zu behandeln (siehe mein Artikel „Chronik einer wahren Steuergeschichte“), zeigt ebenso klar, dass Steuergerechtigkeit für die FDP kein Thema ist.

Steuerpläne der SP

Anders politisiert die SP. Wir stehen für mehr Steuergerechtigkeit und setzen uns deshalb ein für

  • eine Steuerharmonisierung der obersten Einkommen und Vermögen mit unserer Volksinitiative „Ja zu fairen Steuern“
  • Kinderabzüge am Steuerbetrag statt am steuerbaren Einkommen mit unserer Volksinitiative im Kanton St.Gallen „Steuergerechtigkeit für Familien“
  • eine korrekte Besteuerung der reichen Ausländer (keine Besteuerung nach Aufwand mit lächerlich tiefen Ansätzen mehr) mit einer Parlamentarischen Initiative von Susanne Leutenegger Oberholzer.

Januar 2007