Im Jahr 2000 schien die Finanzlage des Bundes rosarot zu werden, d.h. sie versprach schwarze Zahlen. Der damalige Chef des Finanzdepartementes Bundesrat Villiger sah die Chance gekommen, den Steuersenker seiner eigenen Partei und in der SVP nachgeben zu können und auf Einnahmen von rund 1.2. Mrd Fr. pro Jahr künftig zu verzichten. Profitieren sollten in erster Linie Familien mit Kindern und mit kleinem und mittlerem Einkommen.
Seither hat sich die Situation verändert. Die Finanzlage des Bundes ist so angespannt, dass sich die Sparpakete jagen und Steuersenkungen absurd anmuten. Trotzdem steht der neue Bundesrat hinter dem Paket, das nun auch noch viel teurer geworden ist dank der Unverfrorenheit der bürgerlichen Parlamentsmehrheit, die für ihre Klientel weit mehr herausholen will, als Alt-Bundesrat Villiger je erahnt hat.
Eigentlich war von Anfang an klar, dass Steuersenkungen bei der Direkten Bundessteuer ein ungeeignetes Mittel sind, die Haushalte mit kleineren und auch mittleren Einkommen wirksam zu entlasten. Für diese Haushalte könnte man nur bei den Staats- und Gemeindesteuern etwas tun. Abzüge bei der Direkten Bundessteuer bevorzugen wegen der Steuerprogression immer in viel grösserem Mass die hohen Einkommen. Dass dieses Steuerpaket nun doch entstanden ist, zeigt, dass die kräftige Entlastung der ganz Reichen gewollt sein muss. Ein Votum aus der WAK-NR hat mir dies auch aufgezeigt. So wurde dort ausgeführt, dass Kinder von reichen Eltern halt teurer seinen als Kinder aus einfacheren Verhältnissen.
Die SP tritt an gegen dieses Steuerpaket, denn es ist ein echtes Bschiss-Paket.
Steuergeschenke gibt's vor allem für reiche Ehepaare.
Alle Steuerpflichtigen zusammen müssen die Steuergeschenke an die Reichen berappen.
Die Mieterinnen und Mieter haben gar nichts von der Reform der Wohneigentumsbesteuerung, aber sie müssen die Zeche mitbezahlen.
Die SP hat im ganzen Prozess nie einfach nur Nein gesagt. Sie hat in jeder Phase der Erarbeitung des Steuerpaketes konstruktive Vorschläge eingebracht. Leider wurden diese vom bürgerlichen Lager systematisch abgelehnt. Nach einem Nein zum Steuerpaket werden wir unsere Vorschläge wieder ins Spiel bringen und dann hoffentlich für die eine oder andere Massnahme eine Mehrheit finden.
Gezielte Massnahmen für die Förderung der Familien:
Gleichstellung von Verheirateten und Konkubinatspaaren:
Medienkonferenz der SPS vom 22.März 2004