«Mehr Solidarität, mehr soziale Sicherheit und eine gerechtere Verteilung von Einkommen und Vermögen tun Not. Dafür setze ich mich weiterhin ein.»
Hildegard Fässler am 25. November 2011

Hildegard Fässler
 

Jugendarbeitslosigkeit: Es gibt viel zu tun. Packen wir es gemeinsam an, Politik und Wirtschaft!

An den Von-Wattenwyl-Gesprächen vom 11. Februar 2005 haben alle Bundesratsparteien - ausser der SVP - und auch Bundesrat Deiss, Chef des EVD, den Ernst der Lage auf dem Lehrstellenmarkt und für den Einstieg ins Erwerbsleben nach Lehre oder Studium erkannt. Aber die beschlossenen Massnahmen gehen über Appelle und Lippenbekenntnisse noch nicht hinaus.

Situation im Februar 2005:
3.1% der SchulabgängerInnen sind arbeitslos gemeldet. Diese Zahl täuscht, denn viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz melden sich nicht bei den RAVs. Ihre Eltern sorgen ganz selbstverständlich weiterhin für ihren Unterhalt. Bei den 20-24Jährigen sind 6.8% arbeitslos, weit mehr als der schweizerische Durchschnitt. 60'000 junge Menschen unter 24 suchen momentan eine Arbeit!

Schritte zur Verbesserung der Lage
Wie werden Lehrstellen und Stellen für junge Leute mit Ausbildung geschaffen? Natürlich durch die Unternehmen, aber auch Bund und Kantone sind als Arbeitgeber gefordert. Dass der Bund mehr Lehrstellen und Praktika anbieten will, ist zu begrüssen. Nun muss die Privatwirtschaft folgen. Allerdings nicht über Steuererleichterungen, sondern über die mit dem neuen Berufsbildungsgesetz möglichen Branchenfonds, die Trittbrettfahrer zur Kasse bitten können.
Ausländische Unternehmen bieten häufig keine Lehrstellen an, weil sie unser Bildungssystem und die Top-Qualität unserer Berufsausbildung nicht kennen. Sie kann man nur über Information und an ihrer Ehre packen. Ein nationaler Lehrstellentag tönt nach wenig, hätte aber den Effekt, jene Betriebe zu loben, die überdurchschnittlich viele Lehrstellen anbieten und jene anzuprangern, die hier versagen.

Was schlägt die SP zudem vor?

  • Die SP fordert die Ausschöpfung des Innovationszehntels durch Kantone und Bund. Wir kämpfen für den Umbau von Brückenangeboten in Basislehrjahre für jene, die schon genau wissen, was sie werden wollen und die sich so besser qualifizieren können.
  • Parlamentarisch unterstützen wir die Berücksichtigung des Faktors Lehrstellen im Rahmen der Submissionsvorschriften bei der Vergabe von Aufträgen.
  • Und für jene, die bereits eine Ausbildung haben:
    Eine Verweilmöglichkeit nach der Ausbildung von bis zu zwei Semestern beim Ausbildungsbetrieb, insbesondere beim Bund, um Erfahrung vorweisen zu können.
  • Mehr Praktikumsstellen beim Bund und bei den grossen Betrieben

Gemäss ihrem Papier zum Thema sieht die SVP überhaupt keinen Handlungsbedarf. Der Markt allein solls richten. Damit steht sie - wie so oft - nicht hinter jenen Familien in der Schweiz, für die sie vorgibt, Politik zu machen! Die Familien der 60'000 arbeitsuchenden jungen Leute werden sich hoffentlich ihre Gedanken dazu machen.